Prof. Tom Kaden, Architektur und Holzbau TU Graz

 

 Kaden+Lager GmbH, Berlin

 13 Jahre urbaner Holzbau 

Seit 25 Jahren ist er im Holzbau unterwegs. Mit dem urbanen Holzbau in den Städten beschäftigt sich Prof. Tom Kaden seit nunmehr dreizehn Jahren. Geschuldet sei das der erheblichen Wohnungsnot in den Städten, vor allem im Bereich des sozialen Wohnungsbaus. Der Holzbau böte hier eine Lösung, die man sich nicht entgehen lassen könne. Vor allem mit einfacher Architektur und vorgefertigten Systemen könnten die Baukosten und Mietpreise geringgehalten werden, sagte er. Denn das wirke sich auf die Arbeitsabläufe an der Baustelle aus, Gerüststandzeiten würden verkürzt, das Gebäude könne schneller genutzt oder vermietet werden.

 

Ein Beispiel aus Berlin, bei dem der Vorfertigungsgrad knapp 90 Prozent betrug, bezifferte Prof. Kaden mit Baukosten von 2.150 Euro brutto pro Quadratmeter für den sozialen Wohnungsbau. Dabei habe man auf Funktionalität und nicht auf gnadenlose Individualität gesetzt. So wurde am Ende Wohnraum geschaffen, der für 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden konnte.

„Wir sind bereits mitten drin in der ökologischen Insolvenz, wir leben auf Pump seit dem Erdüberlastungstag am 29. Juli. Darum ist der Begriff der Nachhaltigkeit kritisch zu betrachten“, sagte er. Ein Drittel der Jahresholzernte würde ausreichen, um den gesamten Neubaubedarf in Deutschland zu decken. Seine Beispiele reichten vom 16-familien bis zum 52-familienhaus mit verschiedenen Wohnungsgrundrissen sowie offenen oder innenliegenden Treppenhäusern. Bemerkenswert auch ein fünfgeschossiger Holzbau, der eine Baulücke mitten in der Berliner Innenstadt schließt, dabei privaten Wohnraum, Kultureinrichtungen und verschiedene Gewerbe unter einem Dach vereint. All das ist im Holztafelbau, Skelettbau oder, bei Bauvorhaben ab vier Geschossen, mit Hybridkonstruktion möglich.

„Aktuell bauen wir in Berlin-Neukölln ein Bestandgebäude um. Dort setzen wir ein neues Dachgeschoss das Vorderhaus auf und drei Geschosse auf dem Seitenflügel auf. Der Holzbau ist hierbei hervorragend geeignet, weil bei diesem historischen Gebäude auf Lasten geachtet werden muss“, so Kaden. Zudem sei Holz der einzige nachwachsende Rohstoff, der als nachhaltig bezeichnet werden dürfe. Und der auch darum bestens für einen Bildungsbau wie die „Sofortschule“ in Leipzig geeignet. Die Ausschreibung der Stadt im dialogischen Verfahren – als Arbeitsgemeinschaft mit Kaufmann Bausysteme - wurde der 3D-Modulbau verwendet. Über 300 Module wurden mit einem Vorfertigungsgrad von etwa 65 Prozent geliefert und auf der Baustelle additiv aneinandergefügt. Was eine enorm schnelle Bauzeit ergab. „Der Bauantrag wurde im Dezember 2018 eingereicht, im Juli 2019 konnte der Unterricht im ersten Bauabschnitt beginnen“, so Kaden. 

Obwohl es diese guten Beispiele gibt und die Holzbauer, Planer und Prüfingenieure immer wieder Wege finden, den Holzbau so aufzustellen, dass er bei der nachhaltigen Beseitigung des Wohnraummangels helfen kann, „sind wir noch weit weg vom der Systematisierung des Holzbaus“, wie Prof. Kaden am Ende seines Vortrages zugeben musste. 

 

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