Prof. Dr.-Ing. Dirk Kruse

Dehne, Kruse Brandschutzingenieure GmbH & Co. KG, Gifhorn:

Brandschutz in mehrgeschossigen Wohngebäuden

Er ist Spezialist für den Brandschutz und „mag das Deutsche Baurecht“, denn das erhalte Öffnungsklauseln und unterstreiche „den Anspruch auf Abweichungen“, so Prof. Kruse. Baurecht ist Landesrecht. In zwölf von sechszehn Bundesländern wird der Holzbau baurechtlich in der Gebäudeklasse 4 nur mit Kapselung zugelassen und ab GK5 erst einmal untersagt. Die Kapselung ist wesentliches Sicherheitselement ab GK 4 in zwölf Bundesländern.
Baden-Württemberg, Hamburg, Berlin und Nordrheinwestfalen haben ihre Bauordnung novelliert und modernisiert, Hessen ist gerade dabei. „Die Brennbarkeit spielt baurechtlich in diesen vier Bundesländern keine Rolle mehr, Holzbau ist ab GK 3 bis 5 erlaubt, die Kapselung erlaubt, aber nicht mehr vorgeschrieben. Hier sind tragende oder aussteifende sowie raumabschließende Bauteile, die hochfeuerhemmend oder feuerbeständig sein müssen, in Massivholzbauweise zulässig, wenn die geforderte Feuerwiderstandsfähigkeit nachgewiesen wird“, so Kruse.

Für den Holzbau sei das eine gute Entwicklung. Für Planer stellten die Zusatzanforderungen der Bundesländer, in der das Bauwerk einmal stehen soll, große Herausforderungen dar. „Sie dürfen alles machen. Sie müssen es nur richtig machen“, sagte Prof. Kruse. Was sich einfach anhöre, sei in der Praxis oft schwierig, da Abweichungen von der Landes- oder Sonderbauverordnung, von technischen Baubestimmungen oder auch Verwendbarkeitsnachweisen heute an der Tagesordnung seien. Das wiederum habe Einfluss auf die Genehmigungsverfahren durch Prüfingenieure, Gutachter oder Bauaufsicht. „Vor allem die brandschutztechnischen Maßnahmen der Vorschriften sind nicht ohne weiteres anwendbar. Brandschutzkonzepte müssen die Umsetzung der Schutzziele des Baurechts mittels einer ganzheitlichen Betrachtung aller brandschutztechnischen Maßnahmen in sich schlüssig und nachvollziehbar darstellen“, so Kruse.

In der Hessischen Novellierung, die als Muster seit April 2019 vorliegt und über die noch diskutiert wird, seien einige Formulierungen noch nicht eindeutig genug, so Prof. Kruse. Auch er ging auf Satz 5 (HBO § 29(2) ein und stellte an dieser Stelle die Frage an die Politik, was genau mit „andere Bauteile“ gemeint sei? Denn weder er noch ein Planer, der mit diesen Bauverordnungen arbeiten müsse, könne das rechtssicher beantworten. Von einer eigenen Auslegung dieser Textstelle riet er ab.

„Man kann das Gesetz vollends beachten, dann hat man alles richtig gemacht. Es ist aber auch zulässig, vom Baurecht abzuweichen und einen eigenen Weg zu gehen, der gleichwertig ist. Natürlich mit der Zustimmung der Bauaufsicht und des Prüfingenieurs“, so Kruse.

 

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