Dipl.-Ing. Heiko Seen

HU-Holzunion GmbH, Rotenburg (Wümme)

Ressourcenschonende Kooperation – von der Arbeitsvorbereitung bis zur Dachaufstockung komplett in Holzbauweise (GK4)

Im Holzbau können auch Großprojekte umgesetzt werden. Ein Beispiel zum „Nachbauen“ lieferte Heiko Seen. Der Geschäftsführender Gesellschafter der HU-Holzunion GmbH, in der fünf namhafte inhabergeführte Holzbauunternehmen, Cordes Holzbau, Taglieber, Hoffmeister, Kaiser und Adams Holzbau-Fertigbau, zusammenarbeiten, steuert die Prozesse innerhalb der einzigen GmbH dieser Art in Deutschland. Vorteile seien eine konstante Arbeitsauslastung und viel Planungssicherheit.

Denn die einzelnen Unternehmen gehen weiter ihrem Tagesgeschäft nach, sind unabhängig, jeweils mit ihrem speziellen Know-how. Innerhalb der Kooperation nehmen sie an Ausschreibungen für größere Projekte teil, die einer allein nicht schaffen kann. „Derzeit haben wir in Deutschland etwa 11.500 Holzbaubetriebe, aber nur 3,5 Prozent davon haben mehr als 19 Beschäftigte, mehr als 80 Prozent haben weniger als 10 Beschäftigte“, so Seen.

Der Arbeitsaufwand für die Angebotseinreichung, Planung und Finanzierung größerer Projekte, ließen viele Unternehmen zum Entschluss kommen, dass sie das Risiko nicht tragen können. Ein Großauftrag wird vielleicht storniert, Termine verschieben sich, eigene Ressourcen reichen nicht aus und am Ende sind juristische Auseinandersetzungen zu befürchten. „Den meisten fehlt einfach die Erfahrungen für Großprojekte“, so Seen. 

Darum ist die Bereitschaft für Informationsaustausch innerhalb der HU-Holzunion ein wesentlicher Punkt für den Erfolg des Unternehmens. Nach Know-how, freier Kapazitäten und auch der geografischen Lage zum Projekt werden die Aufgaben verteilt und am Ende gemeinsam abgerechnet. „Hierbei ist es wichtig, die Kalkulationen offen zu kommunizieren. Das ist in Amerika normal, in Deutschland immer noch ein Tabu“, so Seen. Obwohl sich die verschiedenen Kalkulationen nicht wesentlich unterscheiden und die Produktionskosten für verschiedene Leistungen oftmals sehr nah beieinander seien. „Der ausschlaggebende Kostenfaktor ist die Zeit. Je früher das Projekt abgeschlossen ist, desto besser“, so Seen.

Am Beispiel eines Großprojektes in Nürnberg, dem TM50, erläuterte Seen, wie wichtig die Arbeitsvorbereitung ist. Die eigene Unternehmerstruktur, die aufeinander abgestimmt arbeitet hatte sich hier erstmals bewährt. „Dach- und Deckenelemente wurden von Cordes geliefert und montiert, Wandelemente von Taglieber, Brettsperrholz und Plattenfassade von Hoffmeister und anteilige Dach und Deckenmontage von Kaiser. Vorgabe war, 5.000 Quadratmeter BGF-Fläche zu bauen und die Hülle innerhalb von 6 Monaten fertig zu stellen“ so Seen. Diese Vorgabe wurde lediglich um einen Monat überschritten, da das Brandschutzkonzept noch einmal geändert werden musste.

Die Erfahrungen der Holzunion zeigen, dass es nicht nur Mut zur Kooperation, sondern auch einen Geschäftsführer braucht, der dafür sorgt, dass die Arbeitsabläufe aller Unternehmen gut aufeinander abgestimmt werden.  

 

 

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